Vielleicht hätte ich den blauen Pullover kaufen, einen anderen Urlaub buchen oder doch das größere Auto kaufen sollen… Solche Gedanken kennen wir alle. Mal aufdringlicher, mal leiser. Mal als kurzer Moment, mal als länger andauerndes Grübeln. Der Eine mehr, die Andere weniger. Wir alle fürchten falsche Entscheidungen.
Es gibt keine falschen Entscheidungen??? Das klingt provokant. Schließlich haben wir alle schon mal Entscheidungen bereut. Doch es lohnt sich genauer hinzuschauen, wie wir unsere Entscheidungen treffen.
Wie Entscheidungen entstehen
Seit wir auf der Welt sind lernen wir. Jeden Moment des Tages, Tag für Tag. Unterschiedliche Menschen und Situationen erfordern von uns Anpassung und Weiterentwicklung. Deshalb formt und verändert uns alles was uns begegnet. Leben bedeutet Lernen.
Die Gesamtheit alles Gelernten bildet die Basis unserer Entscheidungen. Nur ein Bruchteil davon ist uns bewusst, der weitaus größere Teil ist unbewusst und – wenn überhaupt – nur intuitiv spürbar. Wenn wir lernen achtsam wahrzunehmen, können wir entscheiden, ob eine Entscheidung für uns stimmig ist oder eben nicht.
„Hätte ich nicht vielleicht doch lieber…?“
Ich behaupte, dass niemand sich bewusst gegen die eigenen Interessen entscheidet – außer genau das läge im eigenen Interesse. Wenn wir also vor einer Entscheidung stehen, greifen wir auf alles zurück, was uns in dem aktuellen Moment zur Verfügung steht: All unsere bisherigen Erfahrungen, unser bisheriges Wissen, die eigenen Werte und Gefühle. Unser Ziel ist es immer, die für uns in diesem Augenblick beste Entscheidung zu treffen.
Deshalb bleibe ich dabei: Falsche Entscheidungen gibt es nicht! Was wir heute für eine falsche Entscheidung halten, ist eine zweite Beurteilung, die zeitlich später und mit neuen Informationen eben anders ausfallen kann.
Entscheidungen können falsch sein – aber nur aus heutiger Sicht
Selbstverständlich hätten wir uns rückblickend oft anders entschieden. Jetzt kennen wir ja auch die die Auswirkungen… Aus heutiger Sicht mögen die damaligen Entscheidungen falsch wirken, damals waren sie es nicht.
Im Übrigen: Entscheidungen gelten immer nur so lange bis wir uns neu entscheiden. Also vielleicht lieber weniger hadern und stattdessen öfter mal neue, gerne auch korrigierende Entscheidungen treffen! Denn jede Entscheidung – selbst die, die wir später korrigieren – ist zu ihrer Zeit die bestmögliche, die wir treffen können.
Ihr Thomas Ritthaler