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Umgang mit Emotionen lernen
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Den Umgang mit Emotionen (ver)lernen

In diesem Sommer, in dem so lange die Eisdielen geschlossen waren, beobachtete ich folgendes:

Das kleine Mädchen freute sich so sehr, als es zwei Kugeln Eis auf der Waffel von seiner Mutter geschenkt bekam. Himbeere und Schokolade. Sofort begann sie das Eis zu probieren. Einen kurzen Moment später passierte es. Das Eis löste sich von der Waffel und fiel zu Boden. Fast das gesamte Eis lag auf der Straße. Das Mädchen erschrak kurz und fing dann an bitterlich zu weinen. Die Mutter drehte sich zu ihrem Kind um und fing ganz freundlich an mit ihm zu sprechen: „Lea, Liebes! Das kann jedem mal passieren. Es ist nicht schlimm. Wir kaufen dir ein neues Eis!“

Während ich diese Situation mit etwas Abstand so beobachtete, fiel mir ein psychologischer Beitrag ein, den ich vor längerer Zeit mal irgendwo gelesen hatte. Da ging es in einer vergleichbaren Situation um die Reaktionsmöglichkeiten der Mutter und deren Wirkungen auf das Kind.

So liebevoll und zugewandt diese Mutter in dem Moment auch mit ihrer kleinen Tochter umgegangen ist, ihre Reaktion war für das Kind dennoch nicht wirklich hilfreich.

Wieso, werden Sie sich vielleicht jetzt fragen?

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Die Sache mit dem Hausmeister...
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Die Sache mit dem Hausmeister

Die Sache mit dem Hausmeister war mir fürchterlich peinlich und ist es, wenn ich ehrlich bin, immer noch. Vor ein paar Wochen sind an einem Morgen viele Dinge zusammengekommen, aber gleich vorweg, es soll keine Entschuldigung sein.

Eigentlich begann es ja schon am Tag zuvor… Ich weiß nicht wie es Ihnen geht, aber ich habe den Eindruck, dass lärmende Laubbläser, die früher mal zeitlich begrenzt im Herbst eingesetzt wurden, heute das ganze Jahr über Saison haben. Früher hat mal ein Hausmeister mit einem Besen den Hof gekehrt, heute bedient ein Facility Manager diesen asozialen, weil lauten, wenig ökologischen und Dreck verteilenden Apparat immer öfter, oft ohne dass ich am Ende des Tages wirklich einen Unterschied erkennen könnte. Aber ich schweife ab… Jedenfalls war den ganzen Tag Lärm im Hof vor meiner Praxis. Ein sehr anstrengender Tag.

Abends zurück an meinem Wohnort setzte sich das nahtlos fort. Gefühlt nur Lärm und Action rund um mich herum: Lautes Telefonieren aus offenen Fenstern, Rasenmäher und Mähdrescher auf den anliegenden Feldern bis tief in die Nacht. Lauter Austausch von Menschen über alltägliche Dinge genau vor meinem Fenster. An Ruhe und Erholung nach diesem langen Tag war nicht zu denken. Die Fenster zu schließen war bei über 35 Grad an dem Tag auch keine Option… Ich bin erst sehr spät eingeschlafen und der wenige Schlaf war nicht erholsam.

Und so kam es…

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Warum-Fragen
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Warum die Warum-Fragen ein Problem sind…

Auf die „Was ist …?“ und „Was macht …?“-Fragen folgen bei 3-Jährigen die „Warum“-Fragen. Bei wissbegierigen Kindern kommen dann in kurzer Zeit eine ganze Menge an Warum-Fragen zusammen. Mal davon abgesehen, dass dies für Eltern sehr ermüdend sein kann, ist es eine spannende Phase: Kinder beginnen kausal zu denken, sie versuchen zu verstehen wie die Welt funktioniert. Soweit so gut. Aber was für ein Gefühl entsteht bei Ihnen, wenn Sie in der Arbeit oder zuhause gefragt werden, warum Sie etwas so gemacht oder eben auch nicht gemacht haben?

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Großer Bruder als Modell
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Lernen am Modell – der große Bruder

Kinder lernen am Modell, durch Beobachten und Nachahmen ihrer Vorbilder. Albert Bandura zeigte in den 60er-Jahren des letzten Jahrhunderts mit seiner sozial-kognitiven Lerntheorie eindrucksvoll, dass komplexe Verhaltensmuster durch Modelllernen schnell gelernt und auch in kritischen Situationen eingesetzt werden können.

Sehr hilfreich, aber eben nicht immer…

Eine Mutter kommt mit ihren beiden kleinen Söhnen im Supermarkt zu einem Frischeregal in dem auch gekühlte Süßigkeiten aufbewahrt werden. Sie erlaubt dem älteren der beiden, etwa 4 Jahre alt, eine Familienpackung der leckeren Schokoladenköstlichkeit für zuhause aus dem Regal zu holen. Der lässt sich das nicht zweimal sagen, schnappt sich den geliebten Schatz und bringt ihn zum Einkaufswagen seiner Mutter.

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Sprache schafft Wirklichkeit
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Sprache schafft Wirklichkeit

Neulich im Kaffeehaus an einem Nebentisch.

Eine ältere Dame wendet sich unüberhörbar an ihre Begleiterinnen am Tisch: “Mir ist dieser Tage von einer Familie erzählt worden, dass sie ‘ebenerdig’ wohnen würden. Hab erst nicht verstanden was sie damit meinen. Dann hab ich es begriffen: Die Familie wohnt im Parterre. Ebenerdig – was für ein komischer Ausdruck für parterre.”

“Ja”, nimmt eine andere Dame der Kaffeerunde den Faden auf, “ich hatte vor kurzem ein Gespräch, bei dem mir mein Gegenüber erzählte, er würde im ‘Souterrain‘ wohnen. Das ist glaub französisch. Immer diese Fremdwörter…”

Sprache schafft Wirklichkeit…

Ihr Thomas Ritthaler

Roter Faden
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Roter Faden ?!

Unter einem roten Faden versteht man gemeinhin eine Idee, einen Orientierung gebenden Gedanken oder einen Weg, der eins mit dem anderen verbindet. Oft scheint es dabei auch eine Richtung oder eine kausale Entwicklung von einem Ausgangspunkt zu einem Ende zu geben… Wenn es in diesem Blog überhaupt so etwas wie einen roten Faden geben wird, dann höchstens in der Art, dass sein Erscheinen regelmäßig unregelmäßig und sein Inhalt thematisch konsequent inkonsequent bleiben wird.

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